Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 17

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01.09.1984 Schweiz
Personen
Jules Magri

IWF-Politik ist kein Mittel gegen Wirtschaftskrisen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) spielt in der heutigen Verschuldungskrise eine sehr wichtige Rolle. Im Zusammenhang mit den Milliardenschulden und riesigen Zinslasten der Entwicklungsländer wird er in Zeitungsberichten immer wieder genannt. Was ist der IWF, betreibt er eine gute oder schlechte Politik? Diese Fragen beantwortet Dr. Wolfgang Kessler in seinem Buch "Der Internationale Währungsfond und die Sozialdemokratie", 253 Seiten, Verlag W. Hartung-Gorre, Konstanz, indem er die Entwicklung der Wirtschaft und des Dollars der USA sowie des Weltwährungssystems darstellt, anschliessend die Funktionen des IWF nach dem Zweiten Weltkrieg analysiert. Jules Magri. Gewerkschaftliche Rundschau Nr. 9/10, September/Oktober 1984
01.01.1981 Schweiz
Personen
Jules Magri

Kirchliche Basisgemeinden in Lateinamerika und Gewerkschaftspolitik. Mehr und mehr wird bekannt, wie sich die breiten Volksschichten in Lateinamerika gegen die faschistischen Militärdiktaturen und deren kapitalistische Ausbeutungs- und Unterdrückungsmethoden aufzulehnen beginnen. In dieser Aufstandsbewegung spielen kirchliche Kerngruppen, kirchliche Basisgemeinden genannt, eine grosse Rolle. Das Ziel dieser Basisgemeinden ist nicht nur das Halten von Gottesdiensten und die Evangelisierung des Volkes. Indem sie sich radikal und schonungslos zurückbesinnen auf das Evangelium und die Urkirche Christi und der Apostel, die in ihrem Kern eine Kirche der Armen war, wollen sie, dass das Evangelium zu einer starken Quelle des Befreiungskampfes gegen die Militärdiktaturen und feudalkapitalistische Ausbeutung wird. Jules Magri. Gewerkschaftliche Rundschau Nr. 1, Januar 1981
01.01.1980 Schweiz
Kapitalismus
Jules Magri

Mensch und Arbeit kommen vor Privateigentum und Kapital. Unser liberalkapitalistisches Wirtschaftssystem wird mehr und mehr in Frage gestellt. Gewerkschafter, Arbeitnehmer, junge Menschen und junge Akademiker diskutieren über die Arbeitnehmerselbstverwaltung, über eine neue Wirtschaftsordnung. Sie wollen mehr als nur Sozialpartnerschaft, mehr als nur einen sozial temperierten Kapitalismus. Sie wollen die Überwindung des Kapitalismus, sie wollen die kapitalistischen Strukturen unserer Unternehmen beseitigen. Sie fordern eine Wirtschaftsordnung und Unternehmensverfassung, die der Würde und Natur von Mensch und Arbeit entspricht. (…). Jules Magri. Gewerkschaftliche Rundschau Nr. 1, Januar 1978
01.06.1979 Schweiz
Personen
Jules Magri

Mitbestimmung, Produktivgenossenschaften, Arbeiterselbstverwaltung. Die heutige liberalkapitalistische Unternehmensverfassung ist abzulehnen, denn durch sie nehmen Kapital und Eigentum die Subjektstellung ein, die Arbeitnehmer sind nur Objekt. Die Arbeitnehmer werden nach dem geltenden Wirtschafts- und Arbeitsrecht nicht als zum Unternehmen gehörend gewertet, sondern ihm nur äusserlich, mit Hilfe des Lohnvertrages, sozusagen angeheftet und als Unternehmenszubehör verstanden. Das Unternehmensrecht ist ganz abgestellt auf den Kapitaleigentümer und versteht das Unternehmen als Herrschaftsobjekt des Eigentümers, gleicherweise wie im Feudalismus das Land und seine Bewohner als persönliches Eigentum des adligen Regenten und Landbesitzers aufgefasst wurde. Jules Magri. Gewerkschaftliche Rundschau Nr. 6, Juni 1979
01.06.1979 Jugoslawien
Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Kapitalismus
Personen
SGB
Sozialismus
Jules Magri
Mitbestimmung
Mitsprache
Selbstverwaltung
Volltext

Mitbestimmung, Produktivgenossenschaften, Arbeiterselbstverwaltung. Die heutige liberalkapitalistische Unternehmensverfassung ist abzulehnen, denn durch sie nehmen Kapital und Eigentum die Subjektstellung ein, die Arbeitnehmer sind nur Objekt. Die Arbeitnehmer werden nach dem geltenden Wirtschafts- und Arbeitsrecht nicht als zum Unternehmen gehörend gewertet, sondern ihm nur äusserlich, mit Hilfe des Lohnarbeitsvertrages, sozusagen angeheftet und als Unternehmenszubehör verstanden. Das Unternehmensrecht ist ganz abgestellt auf den Kapitaleigentümer und versteht das Unternehmen als Herrschaftsobjekt des Eigentümers, gleicherweise wie im Feudalismus das Land und seine Bewohner als persönliches Eigentum des adeligen Regenten und Landbesitzers aufgefasst wurde. Die im Unternehmen tätigen Menschen sind Zubehör der darin investierten Sachwerte. Über die Arbeitskräfte wird grundsätzlich in der gleichen Weise verfügt wie über den sachlichen Produktionsapparat. (...). Jules Magri.

Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 6, Juni 1979, Seiten 174ff.
Gewerkschaftliche Rundschau > Mitbestimmung. 1979-06-01.doc.

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01.02.1979 Schweiz
Personen
Jules Magri

Arbeitergenossenschaften und kapitalistische Unternehmen. Schon früh im 19. Jahrhundert verfolgten sozialistische und christliche Sozialreformer das Ziel, die Arbeit zum obersten und bestimmenden Ordnungsfaktor der Volkswirtschaft zu machen und deshalb die "Soziale Frage" durch Produktiv- oder Arbeitsgenossenschaften zu lösen. Dieses Ziel und die Idee der Arbeitergenossenschaften sind heute von grosser Bedeutung wie damals. Deshalb sei gefragt: "Wie sind Arbeitergenossenschaften zu beurteilen und zu bewerten?". Um diese Frage zu beantworten, sei zuerst gesagt, was wir unter Arbeitergenossenschaften zu verstehen haben. Die Antworten auf die gestellte Frage suchen wir dann vor allem im Anschluss an die sehr informative Schrift "Katholische Soziallehre und demokratischer Sozialismus" (156 Seiten, Verlag Neue Gesellschaft, Bonn-Bad Godesberg, die Franz Kübler verfasst hat. Jules Magri. Gewerkschaftliche Rundschau Nr. 2, Februar 1979
01.12.1978 Schweiz
Kapitalismus
Personen
Jules Magri

Private Wirtschaftsmacht. Wenn von privater Macht in der Wirtschaft geredet und auf Macht- und Schlüsselstellungen in der Wirtschaft hingewiesen wird. Dann reagieren Befürworter der liberalkapitalistischen Wirtschaft sauer. Sie versuchen, die tatsächliche private Wirtschaftsmacht, den Einfluss von Grossbanken und Grossunternehmen zu verniedlichen. Sie versuchen unter Umständen vom Thema abzulenken, indem sie auf die Machtkonzentration, auf die Summierung von Staats- und Wirtschaftsmacht in den kommunistischen Staaten hinweisen, von der Macht der Gewerkschaften zu reden beginnen - oder behaupten, durch den Staat, durch die Streuung des Privateigentums und namentlich durch den freien Wettbewerb seien in der westlichen Welt sehr wirksame Kontrollen und eine Entgiftung der Macht der Privatunternehmen erreicht worden. Von der Wirtschaftsmacht privater Unternehmen und einer übertriebenen Konzentration des Kapitals in wenigen Händen zu sprechen, sei marxistische Ideologie, entspringe eigenem Wille zur Macht, sei ein Angriff auf die liberale Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, auf den Rechtsstaat, sei ein Beschreiten des Weges in die kommunistische Knechtschaft und Diktatur. (…). Jules Magri. Gewerkschaftliche Rundschau Nr. 12, Dezember 1978
01.03.1978 Schweiz
Personen
Jules Magri

Leitsätze für die Mitarbeiterbeurteilung. Die Mitarbeiter eines Unternehmens wurden und mussten schon immer beurteilt werden, denn kein Unternehmen wird es sich leisten können, Mitabeitern Aufgaben zuzuweisen, denen sie nicht gewachsen sind - oder Mitarbeiter dauernd zu beschäftigen, die mehr Verlust als Gewinn erbringen. Jedes Unternehmen ist gezwungen, seine Mitarbeiter so auszuwählen und einzusetzen, dass an jedem Arbeitsplatz der für diesen geeignete Mitarbeiter beschäftigt wird und so eine möglichst hohe Produktivität quantitativ und qualitativ erreicht wird. Ohne Beurteilung der Mitarbeiter gibt es keine erfolgreiche Unternehmensführung. Jules Magri. Gewerkschaftliche Rundschau Nr. 3, März 1978
01.01.1976 Schweiz
Personen
Jules Magri

Recht auf Arbeit, Betriebsschliessungen und Entlassungen. Im Centre de Sornetan (Berner Jura), einem protestantisch-kirchlichen Tagungszentrum, fand am 18./19. November 1975 eine Studientagung statt über das Recht auf Arbeit, die Probleme der Betriebsschliessungen, Entlassungen, Arbeitslosigkeit und Rezessionsbekämpfung. Den Referaten, Diskussionen und Ergebnissen der Gruppenarbeit an dieser Tagung entnehmen wir folgende Gedanken und Überlegungen. Jules Magri. Gewerkschaftliche Rundschau 1/1976
01.01.1976 Schweiz
Entlassung
Personen
Jules Magri
Betriebsschliessung
Recht auf Arbeit, Betriebsschliessungen und Entlassungen. Im Centre de Sornetan (Berner Jura), einem protestantisch-kirchlichen Tagungszentrum, fand am 18./19. November 1975 eine Studientagung statt über das Recht auf Arbeit, die Probleme der Betriebsschliessungen, Entlassungen, Arbeitslosigkeit und Rezessionsbekämpfung. Den Referaten, Diskussionen und Ergebnissen der Gruppenarbeit an dieser Tagung entnehmen wir folgende Gedanken und Überlegungen. Jules Magri. Gewerkschaftliche Rundschau 1/1976
01.01.1976 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Jules Magri
Betriebsschliessungen
Recht auf Arbeit
Volltext
Recht auf Arbeit, Betriebsschliessungen und Entlassungen. Im Centre de Sornetan (Berner Jura), einem protestantisch-kirchlichen Tagungszentrum, fand am 18./19. November 1975 eine Studientagung statt über das Recht auf Arbeit, die Probleme der Betriebsschliessunqen, Entlassungen, Arbeitslosigkeit und Rezessionsbekämpfung. Den Referaten, Diskussionen und Ergebnissen der Gruppenarbeit an dieser Tagung entnehmen wir folgende Gedanken und Überlegungen: Betriebsschliessungen, Entlassungen, Kurzarbeit: Arbeitnehmer und Gewerkschaften werden bei solchen Massnahmen und Unternehmerentscheiden durch die Unternehmer meistens überrumpelt und vor Tatsachen gestellt, an denen nicht mehr viel zu ändern ist; ebenso unter starken Zeitdruck gesetzt und gezwungen, unter sehr erschwerten Bedingungen ihre Forderungen zu stellen und zu verfechten, während die Unternehmer, die frühzeitig im Besitz aller Informationen sind, ungestört ihre Massnahmen planen können. Auf Arbeitnehmerseite muss der Eindruck entstehen: Hat der Arbeitnehmer seinen Dienst geleistet und wird er nicht mehr benötigt, so wird er auf die Strasse gestellt. Unternehmen schliessen rücksichtslos aus rein wirtschaftlichen Überlegungen, soziale Gesichtspunkte sind dabei nur sekundär und von geringem Gewicht. Die Arbeitnehmer haben zu den Entscheiden auf wirtschaftlich-unternehmerischer Ebene nichts zu sagen, sind nicht orientiert über die tatsächliche finanzielle Lage der Unternehmen, können nur bei Sozialmassnahmen (…). Jules Magri.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 1, Januar 1976.
Personen > Magri Jules. Betriebsschliessungen. Rundschau, Januar 1976.
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01.10.1974 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Jules Magri
Antikapitalismus
Mitbestimmung
Volltext
Buchbesprechungen. Fritz Vilmar: Industrielle Arbeitswelt, Grundriss einer kritischen Betriebssoziologie, 198 Seiten, Imba-Verlag, Freiburg 1974. Fritz Vilmars Anliegen ist, die Lage des arbeitenden Menschen in den industriellen Unternehmen darzulegen und ein Gegenstück zur traditionellen Betriebssoziologie zu bieten. Er zeigt, wie die Lohn- und Arbeitsverhältnisse infolge des Fehlens eines Mitbestimmungsrechtes der Arbeitnehmer in den Unternehmen auch heute noch - trotz starkem gewerkschaftlichem Gegendruck - einseitig von der Unternehmerseite und den Kapitalinteressen her bestimmt werden. Vilmar orientiert über moderne Arbeitsplatzbewertung, die Schattenseiten der Schicht- und Akkordarbeit sowie extremer betrieblicher Arbeitsteilung, über die Monotonie und nervliche Belastung, welche das Taylor-System mit sich bringt. Die Lage der Lehrlinge und die immer noch bestehende Diskriminierung der Frauen in den Industriebetrieben, das Freizeitverhalten des Industriearbeiters sowie dessen Bewusstsein und Weltbild, die Sozialpolitik, Hierarchie und Bürokratie im Industrieunternehmen sind weitere Themen, mit denen sich Vilmar befasst. Er stellt die mannigfaltigen sozialen, psychologischen und hygienischen Probleme dar, die sich dem Industriearbeiter und seiner Familie stellen, und entwirft so ein eindrückliches Bild von den Schattenseiten der industriellen Arbeitswelt. (…). Jules Magri.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 10, Oktober 1974.
Personen > Magri Jules. Antikapitalismus. Mitbestimmung. Rundschau, Oktober 1974.
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01.03.1974 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Löhne
Personen
Jules Magri
Investivlohn
Volltext
Gewerkschaftssparen und Investivlohn. Beobachtet man aufmerksam die Lohn- und Einkommenspolitik der schweizerischen Gewerkschaften, dann kann man nicht übersehen, dass sie einen neuen Akzent aufweist: das Gewerkschaftssparen. Die traditionelle gewerkschaftliche Lohnpolitik, in der es darum ging, die Löhne und die Sozialleistungen der Unternehmen ständig zu erhöhen und so den Anteil der Arbeitnehmer am Sozialprodukt und Volkseinkommen zu steigern, wird ergänzt durch das Gewerkschaftssparen, durch eine Investivlohnpolitik und durch eine Politik der Vermögenspolitik in Arbeitnehmerhand. Eine solche neue gewerkschaftliche Einkommenspolitik betreiben bereits die Gewerkschaften SEV, VHTL, SBHV, VSZP und der SLB. Zur Förderung des Gewerkschaftssparens und zur Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand haben schon im Oktober 1970 Besprechungen von Gewerkschaftssekretären mit der Genossenschaftlichen Zentralbank (GZB) begonnen. Die GZB wurde 1927 vom Verband Schweizerischer Konsumvereine und dem SGB gegründet und ist die Bank der Gewerkschaften, vieler Baugenossenschaften und der Coop-Konsumgenossenschaften. Die GZB arbeitet mit den Gewerkschaften eng zusammen in der Information über Sparmöglichkeiten, und zur Förderung des Sparwillens hat sie ein besonderes Sparheft geschaffen mit dem Zinssatz von 5% Prozent. Ende März 1973 existierten bereits total 6456 Sparhefte mit einem Kapital von über 18,5 Millionen Franken. (…). Jules Magri.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 3, März 1974.
Personen > Magri Jules. Investivlohn. Rundschau, März 1974.
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01.02.1974 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Jules Magri
Bauland
Grundbesitz
Volltext
Diskussionsbeitrag um Baulandprobleme. Gegenstand des folgenden Diskussionsbeitrages zum Baulandproblem ist nicht der Boden schlechthin, sondern ausschliesslich das Bauland, das zur Bebauung bestimmt ist oder in die städtebauliche Entwicklung einbezogen wird. Boden landwirtschaftlicher Nutzung steht nicht zur Diskussion. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf die derzeitigen rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse beim Bau- und Bauerwartungsland sowie auf die Wertsteigerungen beim Bauland. Ebenfalls kann im folgenden Diskussionsbeitrag das Baulandproblem nicht erschöpfend behandelt werden, der eine oder andere wichtige Aspekt des Problems muss unberücksichtigt bleiben, so zum Beispiel die detaillierte Darstellung der fiskalischen Einschätzungs- und Erfassungstechnik von Bau- und Bauerwartungsland sowie von Wertsteigerungen des Bodens. Im Hinblick auf die Diskussionen über Wohnbauförderungs- und Raumplanungsgesetz mögen Hinweise auf Überlegungen und Vorschläge aus der Bundesrepublik Deutschland von Nutzen sein. Einige Aspekte des Baulandproblems. Den Eigentümern von Bauland sind grosse Gewinne zugeflossen, ohne dass sie für diese Gewinne irgendeine entsprechende wirtschaftliche Leistung erbracht hätten. (…). Jules Magri.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 2, Februar 1974.
Personen > Magri Jules. Grundbesitz. Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 2, Februar 1974.
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01.07.1972 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Jules Magri
Mitbestimmung
Sozialstaat
Volltext
Strukturreformen der Wohlstandsgesellschaft. Genügt es, eine gesunde Konsum- und Wohlstandsethik im Volke und vor allem in den Kreisen der Wirtschaftsführer, Unternehmer und Politiker zu verbreiten, um die Schattenseiten und Uebel der heutigen Wohlstandsgesellschaft zu mildern oder gar zu beseitigen? Bürgerliche und nur in religiösen Dimensionen denkende Kreise sind geneigt, diese Frage zu bejahen. Man kann in diesen Kreisen die Auffassung vernehmen, im marktwirtschaftlichen System unserer Wohlstandsgesellschaft sei beinahe schon das Optimum an sozialer Humanität erreicht worden. Es komme vor allem auf den Geist und die Gesinnung des Menschen an, nicht auf das Marktwirtschaftssystem. Man soll den Menschen in seiner Gesinnung bessern, damit die Marktwirtschaft günstigere Entwicklungsbedingungen habe. Die Marktwirtschaft an sich sei schon human, denn: erstens sind die Individualrechte des Menschen etwas Humanes; zweitens ist der Wettbewerb, der das beste Mittel sei zur Leistungssteigerung und Leistungsauslese, vor allem für den Unternehmer eine Last, und Nutzniesser der Marktwirtschaft sei vor allem der letzte Konsument. Obwohl es ohne Gesinnungsreform keine Sozialreform gibt, geht doch die aufgezeigte bürgerliche Argumentation an der harten sozialen Wirklichkeit vorbei. (…). Jules Magri.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 7/8, Juli/August 1972.
Personen > Magri Jules. Sozialstaat. Rundschau, Juli-August 1972.
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01.03.1972 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Jules Magri
Lebenshaltungskosten
Volltext
Schattenseiten der Wohlstandsgesellschaft. Wie alles in der Welt, so hat auch der heutige materiell-wirtschaftliche Wohlstand seine Schattenseiten und Mängel. Inflation und rasche wirtschaftliche Strukturveränderungen. Unser steigender Wohlstand wird beeinträchtigt durch eine schleichende Inflation. Die aus dem Arbeitsprozess ausgeschiedenen Sparer kennen überhaupt keinen Teuerungsausgleich oder Ersatz für die Abwertung ihrer Ersparnisse, und den Rentnern und Pensionierten werden deren Kaufkrafteinbussen nur teilweise, unzulänglich und nachhinkend ausgeglichen. Hinzu kommt, dass die Inflation in der Verteilung des Volkseinkommens die Unternehmer begünstigt auf Kosten der Sparer und Arbeitnehmer. Unsere Wohlstandsgesellschaft erleidet Einbussen durch einen sehr raschen Wandel ihrer Produktions- und Beschäftigungsstruktur. Die Zeit ist vorbei, in der man damit rechnen kann, den erlernten Beruf bis an sein Lebensende auszuüben. Alte Berufe verschwinden, neue kommen auf. Der sehr rasche technische Fortschritt verlangt permanente berufliche Weiterbildung, Umstellung, Neuanpassung und damit zusätzliche Anstrengungen. Das bringt Unsicherheitsmomente mit sich und auch die Gefahr, dass weniger bewegliche, anpassungsfähige oder ältere Leute vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden oder beruflich absteigen und dadurch empfindliche Einkommensverluste erleiden müssen. (…). Jules Magri.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft Nr. 3, März 1972.
Gewerkschaftliche Rundschau > Lebenshaltungskosten. Rundschau, Heft Nr. 3, März 1972.
Ganzer Text
01.03.1972 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Jules Magri
Lebenshaltungskosten
Volltext
Schattenseiten der Wohlstandsgesellschaft. Wie alles in der Welt, so hat auch der heutige materiell-wirtschaftliche Wohlstand seine Schattenseiten und Mängel. Inflation und rasche wirtschaftliche Strukturveränderungen. Unser steigender Wohlstand wird beeinträchtigt durch eine schleichende Inflation. Die aus dem Arbeitsprozess ausgeschiedenen Sparer kennen überhaupt keinen Teuerungsausgleich oder Ersatz für die Abwertung ihrer Ersparnisse, und den Rentnern und Pensionierten werden deren Kaufkrafteinbussen nur teilweise, unzulänglich und nachhinkend ausgeglichen. Hinzu kommt, dass die Inflation in der Verteilung des Volkseinkommens die Unternehmer begünstigt auf Kosten der Sparer und Arbeitnehmer. Unsere Wohlstandsgesellschaft erleidet Einbussen durch einen sehr raschen Wandel ihrer Produktions- und Beschäftigungsstruktur. Die Zeit ist vorbei, in der man damit rechnen kann, den erlernten Beruf bis an sein Lebensende auszuüben. Alte Berufe verschwinden, neue kommen auf. Der sehr rasche technische Fortschritt verlangt permanente berufliche Weiterbildung, Umstellung, Neuanpassung und damit zusätzliche Anstrengungen. Das bringt Unsicherheitsmomente mit sich und auch die Gefahr, dass weniger bewegliche, anpassungsfähige oder ältere Leute vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden oder beruflich absteigen und dadurch empfindliche Einkommensverluste erleiden müssen. (…). Jules Magri.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft Nr. 3, März 1972.
Gewerkschaftliche Rundschau > Lebenshaltungskosten. Rundschau, Heft Nr. 3, März 1972.
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